Liebe Freunde,

Einige von Euch haben nachgefragt, wie wir mit Covid 19 zurecht kommen. Wir haben davon hier sehr sehr wenig. Die wenigen angeblich positiven Fälle sind meist zweifelhaft. Ich denke, daß ein Grund warum Afrika insgesamt relativ verschont blieb von dieser „Plage“ ist, daß sich das Leben in Afrika im Wesentlichen im Freien, draußen abspielt. Besonders in den Dörfern werden Häuser, meist strohgedeckte Rundhütten, zum Schlafen benutzt. Tagsüber ist niemand im Haus. Hinzu kommt das eher warme Wetter und so sind wir fast nicht beeinträchtigt. Als Vorsichtsmaßnahme wird in den Ortschaften, besonders in Geschäften, Banken, Verwaltungsbüros eine Gesichtsmaske getragen. Wenn man aus dem Gebäude raus kommt, nimmt man die wieder ab. Wie sinnvoll das ist, will ich gar nicht versuchen zu ergründen.

Die Schulen sind geöffnet und die Schüler sollen mit Abstand sitzen. Aber wie das geschehen soll, wenn man in einem 50 qm großen Klassenzimmer 120 Kinder hat, die auf dem Boden sitzen weil es keine Stühle oder Bänke gibt, das weiß ich nicht. Hier in der Landwirtschaftsschule geht das mit den Abständen, da wir pro Student mehr Platz haben.

Eine Auswirkung von Covid 19 ist aber, daß die beiden Studenten, ehemals von Good Hope Basic School, die wir im Studium  unterstützen, nicht wie ursprünglich vorgesehn jetzt fertig sind, sondern wegen ausgefallenem Unterricht von April bis Juli, erst Ende dieses Jahres, bzw. im Mai 2021 fertig sein werden. Choola Mulwani, der Pharmazie studiert, schreibt jetzt seine Schlußexamen und wird kurz vor Weihnachten wohl sein Zeugnis bekommen. Isaac Sakala, der Medizinisch Technischer Assistent wird, muß noch ein ganzes Semester bis Mai nächsten Jahres anhängen.

Grundschule

In der Good Hope Schule werden vom 7. bis 12. Dez. Abschlußprüfungen in der 7. und 9. Klasse geschrieben. Wie sich das komplett ausgefallene Mai bis August Trimester auswirken  wird, weiß niemand.

Landwirtschaftsschule

Da wir vom Unterrichtsministerium relativ unabhängig sind, hatten wir unsere Trimester so verschoben, daß wir normal drei Trimester Unterricht hatten. Wir werden am 11. Dez schließen, zwei Wochen später als normal. Die gewöhnliche Abschlußfeier mit eingeladenen Gästen und Familien der Studenten wird ausfallen. 16 von den gegenwärtig 45 Studenten werden abgehen.

Solwezi Projekt

Das Projekt von Bweupe Chifita, einem ehemaligen Studenten in der Stadt Solwezi ist inzwschen gut angelaufen. Er kümmert sich vor allem um Jugendliche, die auf der Staße leben, bringt ihnen bei, wie sie sich selber ohne betteln ernähren können. Wir denken, daß Bweupe eine ausgezeichnete Arbeit macht.

Wirtschaftliche Situation

Einige Anfragen kamen in den letzten Tagen, wie wir unter Umständen von der „Pleite“ Sambias (die Regierung hatte kürzlich eine Euroschuldverschreibung nicht zurück gezahlt) in Mitleidenschaft gezogen werden. Ich habe keine Ahnung wie uns das direkt betreffen wird. Da wir keine staatlichen Zuschüsse bekommen, aber immer wieder mal Euros – dank Eurer Spenden – ins Land bringen, werden wir sicherlich, abgesehen von der zunehmenden Inflation, wenig beeinträchtigt sein. Die meisten Lehrer an der Good Hope Schule werden vom Staat bezahlt. Da könnte es sein, daß Stellen abgebaut werden  und/oder Gehälter gekürzt werden. Aber davon ist bisher noch nichts bekannt.

Wir wünschen Euch vor allem Gesundheit und Gelassenheit in dem Corona Chaos. Für  heute senden wir wieder herzliche Grüße aus dem inzwischen grünen Busch Sambias

Eure Klaus und Christiane