Liebe Geschwister,
ich will mal wieder etwas zur Gemeindearbeit schreiben, denn das ist ja schließlich unsere „tägliche Arbeit“. Da ist es egal ob Schulferien sind, ob es viel regnet oder eine lange Dürre herrscht.
Unsere Studenten kommen aus verschiedenen Kirchen oder Gemeinden. Da die Sieben Tage Adventisten in Sambia sehr stark sind, haben wir auch immer Studenten aus dieser Gruppe.

Vor zwei Jahren verabschiedeten wir Prince Kanyawa, der ein sehr fleißiger, guter Student war und der regelmäßig an den verschiedenen Bibelstunden teilgenommen hatte. Er war ganz bestimmt einer der eifrigsten Bibelleser und –forscher unter unseren Studenten. Er hatte auch immer Fragen und wir unterhielten uns öfter über biblische Themen. Da er Sieben Tage Adventist war, hatte er natürlich zu manchen biblischen Themen andere Ansichten als wir, aber eben er fragte sehr viel. Während seines zweiten Studienjahres hier, hat er auch manchmal bei uns in der Versammlung gepredigt. Wir sind da vielleicht etwas offener als andere Gemeinden, aber wenn jemand Christus verkündigt und nicht irgend eine gruppenspezifische Sonderlehre, geben wir unseren Studenten diese Möglichkeit. Die zwei Predigten, die ich von Prince gehört hatte, waren sehr gut, sehr praktisch. Es gab von der Schrift her wirklich nichts auszusetzen.
Kurz vor der Schulabschlussfeier unterhielten wir uns wieder mal und Prince wollte wissen, wieso wir jemanden aus einer anderen Gruppe, so wie er Sieben Tage Adventist, überhaupt etwas sagen lassen würden. Die Sieben Tage Adventisten Gemeinde in Kalomo würde sich nie auch nur träumen lassen einen von uns aus der Twin Fountain Gemeinde zum Predigen einzuladen. So etwas wäre undenkbar.
Da haben wir gelesen, was Jesus zu seinen Jüngern sagte, die ihn nach einem fragten, der im Namen Jesu redete und Wunder tat. Jesus hat seinen Jüngern geraten diesem Mann das nicht zu verbieten. Deshalb hätten wir ihm ja geraten, wenn er predigt, Christus zu verkünden und nicht irgend eine Sonderlehre der Sieben Tage Adventisten. Wenn er also versucht hätte zu erklären, was die Gründerin der Sieben Tage Adventisten, Ellen White, zu den Daniel Visionen zu sagen hatte, und wie das angeblich auf die Gründung der Sieben Tage Adventisten passt, dann hätten wir ihn schon gestoppt.
Prince war vor etwa einem halben Jahr an einem Wochenende zu Besuch hier. In der Sonntag Versammlung der Gemeinde, bat er darum etwas sagen zu dürfen. Natürlich durfte er das. Er stellte sich vorne hin und sagte:
Liebe Brüder und Schwestern, ich möchte Euch sagen, dass ich inzwischen einfach nur Christ bin, nicht mehr Sieben Tage Adventist und das habe ich Euch zu verdanken, was ich gelernt und erfahren habe, während ich hier Student war.
Leider war ich an dem Sonntag nicht hier, weil in Deutschland, aber mehrere unserer Geschwister hatten mir davon erzählt. Dieses Zeugnis hat also Eindruck gemacht.

Die Sieben Tage Adventisten hier legen sehr viel Wert auf Bibelstudium. Die haben regelmäßig Samstags „Sabbathschule“ wo sie mindestens drei Stunden Bibelarbeit machen und das im Anschluss an ihre etwa 2 stündige Versammlung. Deshalb wissen unsere Sieben Tage Adventisten Studenten in der Regel auch viel besser in der Schrift Bescheid als die Mitglieder irgendeiner anderen christlichen Gruppe. Nun können wir natürlich einwenden, dass das alles sehr gesetzlich aufgebaut ist, stimmt. Gerade aus diesem Grunde finde ich die Bekehrung von Prince zu Christus so toll, weil es durch die sehr starke Verankerung der Sieben Tage Adventisten in der Bibel nicht einfach ist, da raus zu kommen und sich dann nur zu Christus zu bekennen. Auf alle Fälle ein Grund Gott für seine Gnade zu danken.

In diesem Sinne, lasst uns anhalten die Frohe Botschaft weiter zu sagen und zu leben
Herzlich durch unseren Heiland mit Euch verbunden
Klaus