Good Hope Schule

Ziel der Good Hope Christian Basic School (GHS) ist es, den Kindern in der Umgebung die Möglichkeit einer grundlegenden Schulausbildung zu bieten.

Besonders in der frühen Phase des Lebens ist der Zugang zur Bildung entscheidend für die weitere Ausbildung und somit Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung der Region sowie des ganzen Landes.

Good Hope heißt übersetzt Gute Hoffnung und die Grundschule soll ein Ort sein, wo Kinder Hoffnung für Ihre Zukunft in der Bildung und im christlichen Glauben finden.

In Sambia besteht die allgemeine Schulpflicht erst seit der Unabhängigkeit des Landes Mitte der 60′er Jahre. Viele Kinder haben trotz dieser Pflicht nicht die Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Als Heinz und Ruth Müller 1990 in Sambia zu Besuch sind, gibt es ca. 200 Kinder auf Twin Fountain und drei Nachbarfarmen für die die nächste Schule 15 – 20 km entfernt ist. Aus der unmittelbaren Not dieser Kinder heraus, entstand die Vision einer Grundschule. Es sollte sich herausstellen, dass nicht nur diese Kinder davon profitierten, sondern Viele mehr aus umliegenden Dörfern und Siedlungen.

Zurück in Deutschland sammelt Heinz Geld für den Bau der Schule. Zusammen mit Piet Van Wyk und der Hilfe der unzähligen Spender wird die Grundschule auf der benachbarten Van Wyk Farm gegründet. Am 18. Januar 1993 wird GHS feierlich eröffnet. Vertreter der Regierung und der deutsche Botschafter sind als Ehrengäste geladen und nehmen an der Eröffnung teil. Das Lehrerehepaar Simoongwe, sowie Herr Jericho Bandama kommen von der Namwianga Christian Basic School um an der neuen Schule zu arbeiten.

Es fingen erstmalig an:

• 35 Schüler in der 1. Klasse,
• 14 Schüler in der 2. Klasse und
• 11 Schüler in der 3. Klasse.

Ursprünglich ging die GHS von der 1. bis zur 4. Klasse. Man nahm an, dass die Kinder danach schon eher in der Lage wären zu den nächst größeren Grundschulen zu laufen. Doch schon ein Jahr später einigte man sich darauf, die Schule auszubauen – Vorschule bis zur 7. Klasse – das entspricht einer vollständigen Grundschulausbildung in Sambia. Jahr für Jahr erweitert man nun die Schule um ein weiteres Gebäude. Heute ermöglicht die GHS bis zur 9. Klasse den rund 300-310 Schülern/innen sogar einen Hauptschulabschluss.

Obwohl die Schule vorwiegend für die Kinder aus dem Umkreis ist, gibt es eine Gruppe aus der Kabangaregion, die jeden Morgen 7-8 km laufen, weil sie auf eine bessere Schule gehen möchten. Unter diesen Kindern befinden sich meistens die ehrgeizigsten und besten Schüler/innen des Jahrganges.

Um den Kindern eine Existenzgrundlage zu bieten, wird ab der 7. Klasse Handwerksunterricht und Hauswirtschaftskurse angeboten. Im Handwerksunterricht werden einfache Möbel gebaut, in Hauswirtschaft lernen die Schüler/innen Nähen und Kochen.

Hier Berichte von Lehrkräften und Praktikanten/innen an der GHS sowie ehemalige Schüler/innen:
Bericht von George Mulwani (Lehrer)
Bericht von Maxina Mukombwe (Schüler)
Bericht von Vincent Muchindu (Schüler)
Interview mit Blessed (Schüler)
Erfahrungsbericht von Chiara Bahr (Praktikantin, Feb. 2019)

George Mulwani

Von links nach rechts: Chola, George, Twambo, Miriam; Vorne: Hanna

George Mulwani

Jahrgang 1969

1975 bis 1982 Namwianga Christian Basic School

1987 Abschluss an der Namwianga Christian Secondary School

Von 1989 bis 1992 Ausbildung zum Maurer am Livingstone Trades Training Institute

Meine Familie

Ich bin verheiratet mit Twambo Tandabantu und wir haben vier Kinder
Choolwe 19, Chola 16, Miriam 12 und Hanna 4 Jahre.

George Mulwani wiedergeboren am 16. 4. 1983
Twaambo Tandabantu wiedergeboren am 28. 11. 1989
Choolwe wiedergeboren am 16. 5. 2010
Chola wiedergeboren am 10. 6. 2012

Meine Arbeit

Seit 1997 arbeite ich als Maurer an der Good Hope Christian Basic Schule. Heinz Mueller, der
Zu dieser Zeit den Bibelunterricht leitete bat mich 2002 den Bibelunterricht schrittweise zu übernehmen.
Heinz Mueller hatte eine gute Grundlage gelegt und mir war klar, dass es wichtig ist dem Leben der Kinder eine christliche Richtung zu geben. Ich unterrichte Kinder, weil ich Kinder liebe und sehen kann dass die spirituelle Seite des Lebens auch aufgebaut werden muss. Deshalb habe ich diese Arbeit übernommen.
Zwischendurch bin ich immer noch als Maurer tätig, wenn wir ein neues Gebäude an der Good Hope Schule brauchen.

Ich danke für die finanzielle Unterstützung, die es mir möglich macht diese wichtige Aufgabe wahr zu nehmen.

Maxina Munkombwe

Maxina Munkombwe

Geboren am 28. März 1992
Vater: Maxwell Munkombwe (*1945; +2000)
Mutter: Esta Hallale (*1954)

Ich bin die zweitälteste von vier Geschwistern. Meine ältere Schwester heißt Eunice. Sie lebt und arbeitet zurzeit Teilzeit in Kalomo während Sie auf einen Studienplatz wartet. Mein jüngerer Bruder Malvin ist 2009 gestorben. Meine jüngere Schwester Marion ist in der 8. Klasse an der Namwianga Christian Basic School in Kalomo. Wir sind alle in Livingstone geboren, an der Grenze zu Simbabwe. Nach dem Tod unseres Vaters 2000 zogen wir nach Kalomo um.
Meine Mutter ist Grundschullehrerin und so kamen wir noch im selben Jahr an die GHS. Ich kam also mit 8 Jahren an die Schule und fing hier in der 3. Klasse an. Da meine Mutter Lehrerin war, lebten wir auf dem Campus und ich hatte es nicht weit zum Klassenzimmer. Unsere Klasse war nicht immer gleich groß, da es immer Kinder gab, die wegzogen, neu dazu kamen oder ein Jahrgang wiederholen mussten, im Durchschnitt waren wir aber 25 Schüler/innen.
Mathe hat mir damals am meisten Spaß gemacht – ich liebte es zu kalkulieren und die Logik, die es auch möglich macht jede Antwort auf falsch oder richtig zu überprüfen. Zwischen der 5. und 7. Klasse nahm ich an der freiwilligen AG JETS-Club teil. JETS heißt Junior Engineers, Technicians and Scientists (Junge Ingenieure, Techniker und Naturwissenschaftler). Im Zusammenhang mit dem was wir im Mathe- und Science-Unterricht lernten haben wir einige praktische Projekt ins Leben gerufen. Mein erstes Projekt war das Fingerprojekt. Das Ziel war es die 9. Reihe schnell und leicht zu lösen.
Das haben wir folgendermaßen gemacht – Die Finger der rechten Hand stellen die Zehner da, die Finger der linken die Einer. Wenn man jetzt z.B. 3 mal 9 berechnen will, den dritten Finger von rechts runterknicken. Dieser Finger ist nun die Grenze zwischen Zehner und Einer. Rechts davon sind zwei Zehner übrig, also 20, und links sieben Einer, also 7 – insgesamt 27.
Nach Abschluss der 7. Klasse ging ich auf die Njase Secondary School in Choma, etwas 60 km nordöstlich von Kalomo. Here war ich ein ganzes Trimester, 91 Tage, im Internat. In meinem Schlafsaal waren wir 32 Mädchen. Während des Trimesters durften wir nicht weg vom Campus, noch nicht mal an den Wochenenden. In der 8. Klassen wurde unser Jahrgang in drei Klassen geteilt. Jede Klasse hatte unterschiedliche Nebenfächer. Meine waren Wirtschaftskunde, Bürowirtschaft, Französisch und Tonga. Meine Lieblingsfächer an der Oberschule waren Umweltwissenschaft und Französisch. Trotzdem hatte ich meine besten Noten in Sozialkunde.
In 2006 beendete ich die 9. Klasse in Njase und wurde nach Hillcrest National Technical High School in Livingstone versetzt. Das ist inzwischen eine gemischte Schule, früher war es ein Jungeninternat. Mein Lieblingsfach hier war Biologie, weil wir so viel über den menschlichen Körper gelernt haben, wie wir funktionieren, unsere Anatomie usw. Seitdem ich 2009 meine Oberschule erfolgreich beendet habe, warte ich auf einen Studienplatz. Ich habe mich an der UNZA (University of Zambia) in der Hauptstadt Lusaka für ein Medizinstudium beworben.
Ich möchte alle Schüler an der Good Hope School ermutigen fleißig zu arbeiten besonderes in Mathe, Naturwissenschaft und Englisch. Und nehmt an den AGs teil – Rote Kreuz und JETS Club, das wird euch auf eurem Bildungsweg helfen.

Vincent Muchindu

Vincent Muchindu

Geboren am 12 Juli 1981
Vater: Lenard Muchindu (*1956)
Mutter: Marry Muchindu (*1958)

Ich bin der zweitälteste von sieben Geschwistern. Meine Eltern lebten ursprünglich in Kanchele, etwas 70 km östlich von Kalomo. 1970 zogen sie auf die Van Wyk Farm um dort zu arbeiten. Mein Vater ist heute pensionierter Mechaniker und meine Mutter ist Hausfrau.
1993 habe ich als einer der ersten Schüler mit 12 Jahren in der 1. Klasse in Good Hope School angefangen. Auf Grund meines Alters und Kenntnisse wurde ich nach einem Monat in die 2. Klasse versetzt. 1994 habe ich dann zwei Trimester in der 3. Klasse verbracht und bin im selben Jahr noch in die 4. gewechselt. 1995 fing ich dann in der 5. Klasse an und ab da ging es dann regulär weiter. Ich kam jedes Jahr weiter bis zum Abschluss der 7. Klasse in 1997. Damals waren wir 26 Schüler, 16 Mädchen und 10 Jungs. Ich war der einzige dessen Noten gut genug waren um an die Oberschule zu kommen. Ich war der aller Erste der erfolgreich seinen Abschluss an der GHS gemacht hat. Ich war außerdem der erste Klassensprecher an der GHS. Meine Lieblingsklasse war die 5. weil wir ab da Unterricht nur noch auf Englisch hatten und wir bestraft wurden wenn wir Tonga benutzt haben. Das hat mir sehr geholfen richtig Englisch zu lernen.
Von der 8. bis zur 10. Klasse war ich in St. Marks, eine katholische Oberschule nördlich von Choma. Da die Schule 130 km von zu Hause entfernt war, blieb ich das Trimester über im Studentenwohnheim. In meinen Ferien habe ich auf der Farm verschiedene Jobs gemacht – Tabak ernten, Malerarbeiten, u. a. In 2000 wechselte ich bis zur 12. Klasse an die Namwianga Christian Secondary School, die nur 17 km von der Van Wyk Farm entfernt ist. Nach meinem erfolgreichen Abschluss arbeitete ich ein Jahr lang auf der Farm als Werkstattgehilfe. Danach ging ich an die Berufsschule in Choma, wo man Mechaniker, Elektriker usw. ausbildet – ich entschied mich natürlich für die Mechanik. Nach 2 Jahren machte ich meinen Abschluss mit Auszeichnung (80 bis 100 %), ich war der beste in meinem Jahrgang.
Ich arbeitete zunächst 1½ Jahre für Albert van Wyk, dann 2½ Jahre in Mazabuka und inzwischen bin ich wieder bei einem Farmer, der ein Teil der Van Wyk Farm gepachtet hat.
Ohne Good Hope School wäre ich nicht der, der ich heute bin. Ich habe damals meine Schule erst mit 12 Jahren angefangen, weil es bis dahin keine Schulen in unserer Umgebung gab. Die nächste Schule damals war 10 km entfernt und so hätte ich auf Grund des langen Fußweges nie nach der Schule arbeiten können.

Erfahrungsbericht Berufsfeldpraktikum von Chiara Bahr (Feb. 2019)

Einleitung

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg sieht für alle Lehramtsstudierende mit Bezug zur Sekundarstufe I vor, ab dem dritten Semester ein Berufsfeldpraktikum zu absolvieren. Für mich war schnell klar, dass ich die Chance nutzen möchte, um Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Und so kam es, dass ich gemeinsam mit einer Kommilitonin nach intensiver Recherche auf die Good Hope Christan Basic School in Sambia aufmerksam wurde. Wir kontaktierten Klaus Müller (Gründer der Institution) und planten kurze Zeit darauf unseren Aufenthalten in Sambia. Wir erhofften uns intensive Eindruck von der Kultur und der Geschichte des Landes zu bekommen und gleichzeitig einen Einblick in das Lehren und Lernen vor Ort zu erlangen.

Praktikumstätigkeiten

Da ich an der Pädagogischen Hochschule Mathematik und Sport studiere, habe ich in meinem Praktikum an der Good Hope Basic School hauptsächlich in diesen Fächern hospitiert und unterrichtet. Nichtsdestotrotz versuchte ich auch fachfremde Unterrichtsstunden zu besuchen, um so einen Eindruck von Lehren und Lernen vor Ort zu bekommen.
Wir wurden gleich zu Beginn herzlich von dem Schulleiter in Empfang genommen. Er zeigte uns die gesamte Schule und stellte uns anschließend den einzelnen Klassen vor. Nadine und Ich bekamen für unsere Zeit eigene Ansprechpartner, die uns bei Fragen und Problemen weiterhalfen.
Im Mathematikunterricht war ich gleich zu Beginn stark eingebunden, da es an der Schule nur wenige Mathematiklehrkräfte gibt. Ich unterrichtete hauptsächlich in der achten und neunten Klasse. Oft wiederholte ich Themen aus den letzten Klassenstufen oder entwickelte Spiele sowie Arbeitsblätter, um die Schüler*innen fitter im Kopfrechnen zu bekommen. Ich führte beispielsweise zu Beginn jeder Mathematikstunde ein fünfminütiges Kopfrechenspiel ein. Ich führte aber auch neue Themen wie das Schätzen oder das Runden ein. Hierbei versuchte ich (wenn möglich) einen Bezug zum realen Leben herzustellen. Das Runden zeigte ich beispielweise anhand einer Skala. Die Schüler*innen mussten ihre eigene Körpergröße an der Tafel markieren und anschließend anhand der Zentimeterskala auf die nächste „Zehntimeterzehn“ runden.
Im Fach Sport versuchte ich für die Siebtklässler eine Unterrichtseinheit zum Thema Tanz zu gestalten. Der Sportunterricht findet an der Good Hope auf dem Feld statt und nur in wenigen Ausnahmen verfügen die Schüler*innen über Sportkleidung. Für den Tanzunterricht bedeutet dies, dass zum einen die Bodenbeschaffenheit des Feldes zu einigen Schwierigkeiten in der Ausführung der Schritte führt und zum anderen der Schall der Musik nicht weitreichend genug ist. Aufgrund dessen baute ich die Aula der Schule um, um dort meine Tanzstunden halten zu können. Der Raum war zwar ein bisschen zu klein für vierzig Schüler*innen, stellte jedoch eine gute Möglichkeit dar, um die Musik für jeden gut zugänglich zu machen und Schritte genau ausführen zu können (im Vergleich zum Feld). Für die Stunde bereitete ich eine Choreographie zu dem Lied „Uptown Funk“ von Bruno Mars vor. Die Schüler*innen sollten die vorgegebene Choreographie lernen und anschließend weiterentwickeln. Zum Ende der Unterrichtseinheit präsentierten die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse vor der Klasse und bewerteten sie.

Fazit

Ich hatte eine unfassbar spannende und erfahrungsreiche Zeit in Kalomo. Das liegt unter anderem an den Menschen vor Ort. Man wurde gleich zu Beginn herzlich aufgenommen und die Lehrkräfte waren offen für neue Unterrichtsvorhaben und -methoden. Ich habe meinen Erfahrungsschatz erweitert, sowohl im Hinblick auf die Planung als auch auf die Durchführung von Unterrichtsstunden. Meine Englischsprachkenntnisse haben sich verbessert und ich werde ich Zukunft selbstsicherer vor der Klasse stehen können. Zusammenfassend würde ich meine Zeit in Kalomo als klassische „win win“ Situation beschreiben.

Der Campus hat eine Fläche von ca. 2 ha. Es befinden sich darauf Lehrerhäuser und Lehrräume.
Aktuell (2019) werden ca. 340 Schüler/innen von der Vorschule bis 9. Klasse von insgesamt 20 Lehrer/innen unterrichtet.

hier geht’s zur Googlekarte vom Campus: