Die Farmarbeit

Der Landwirtschaftsbetrieb

Twin Fountain Farm ist eine etwa 1.200 ha große Farm, wovon der größte Teil nur für  extensive Weidewirtschaft genutzt werden kann. Der Betrieb ist als Wirtschaftsbetrieb organisiert, die Einkünfte dienen der Familie Müller teilweise zum Unterhalt, teilweise um die Landwirtschaftsschule zu finanzieren.

Für mitteleuropäische Verhältnisse ist Twin Fountain eine Riesenfarm, in Sambia zählt sie allerdings zu den kleineren Farmen. Die Arbeit auf der Farm teilt sich in Ackerbau während der Regenzeit, Gemüseproduktion mit Bewässerung, Hähnchenzucht und Rinderwirtschaft auf.

Der Ackerbau

Nur sehr begrenzt werden noch Äcker in der Regenzeit bestellt, weil der Kostendruck einfach sehr hoch und das Risiko zu groß geworden ist. Getreide, welches im Laufe des Jahres zum Beispiel für Hühnerfutter gebraucht wird, wird von umliegenden Kleinbauern eingekauft. Allerdings werden für das Futter der Milchkühe Bohnen gesät. Die Farmangestellten haben die Möglichkeit ein Feld zu bestellen und so gibt es jedes Jahr mehrere Maisfelder, auf denen dann in Fruchtfolge Bohnen angebaut werden können. Da Mais beliebtes Ziel von Affen, Wildschweinen und zweibeinigen Dieben ist, verbringen die Familien wochenlang ihre Nächte nicht zu Hause im Bett, sondern in den Maisfeldern.

Bohnenfeld März 2009

Die Gemüsepruduktion

Kohl und Tomatenfelder

Nach Hähnchen, Fleisch und Milch, ist die Gemüseproduktion und Vermarktung das dritte Standbein der Twin Fountain Farm. Auf relativ kleinen Flächen kann viel produziert werden und mit Tröpfchenbewässerung ist auch der Wasserverbrauch verglichen mit anderen Bewässerungsmethoden niedrig. Dieses Gemüse wird zusammen mit dem Gemüse der Studenten in Kalomo, Choma und Livingstone vermarktet.

 

 

Die Hähnchenzucht

Neue Kücken

Als Müllers vor vielen Jahren in Kalomo ihre Arbeit anfingen, konnte man nicht einmal ein gutes Huhn zum Kochen oder Braten auf dem Markt kaufen. Klaus stellte jedoch irgendwann fest, dass es in Lusaka Kükenzuchtbetriebe gibt und fing mit 25 Küken an, die er in einigen Wochen in einem kleinen Schuppen im Garten fütterte, dann schlachtete und einfror. Seitdem werden Eintagsküken in 6 bis 7 Wochen bis zur Schlachtreife aufgezogen. Geschäfte in Kalomo und in der 60 km entfernten nächsten Stadt Choma werden wöchentlich beliefert.

Ausgewachsene Hühner

Ende 2009 wurden etwa 4.000 Hähnchen pro Monat geschlachtet. Das ist für europäische Verhältnisse ein Kleinstbetrieb. Auch in Sambia gibt es viel größere Produzenten im Wesentlichen um die Hauptstadt Lusaka herum. Im Landkreis Kalomo ist Twin Fountain allerdings der Größte. Für diese Anzahl Hühner gibt es inzwischen kommerzielle Gefrieranlagen.

Rinderwirtschaft:

Da der allergrößte Teil des Landes nur zur extensiven Viehwirtschaft benutzt werden kann – man rechnet mit etwa 6 ha Weideland pro Rind – ist die Rinderwirtschaft ein sehr wichtiger Teil des Betriebes. Es werden etwa 100 Kühe gehalten, dazu kommen Kälber, Halbwüchsige und einige Bullen, so dass Twin Fountain je nach Jahreszeit auf insgesamt 170 bis 220 Tiere kommt. Diese Tiere sind das ganze Jahr auf der Weide, werden aber regelmäßig eingetrieben, im 7- bis 14-tägigem Rhythmus, um gegen Zecken und Parasiten behandelt zu werden.

Neben dieser Herde für Fleischproduktion, werden einige Milchkühe gehalten. Die Milch, sofern sie nicht selber auf der Farm oder in der Schulküche verbraucht wird, wird in Kalomo an eine Milchgenossenschaft zum Verkauf geliefert.

Studenten werden angeleitet Rinder zu behandeln (z.B. Brandmarken, Impfen usw.) Die Zwinge hält das Rind fest, damit die Behandlung durchgeführt werden kann.

Zuchtbullen der Rasse Bonsmara

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