Historie

1979 bis 1988 arbeiteten Klaus und Christiane an der Namwianga Christian Seconday School. Während der Zeit als Lehrer für das Fach Landwirtschaft an der Oberschule war für Klaus sehr schnell klar, dass dieses Fach die Schüler/innen nicht wirklich auf die landwirtschaftliche Tätigkeit vorbereitete, da die Praxis fehlte. Sambia andererseits aber dringend geschulte, fachlich kompetente Landwirte brauchte. Durch den Wassermangel in Namwianga fand er es zusätzlich sehr schwierig, seinen Schülern die Praxis des Anbauens zu zeigen. Daher entstand die Idee eine landwirtschaftliche Fachausbildung anzubieten. Da Sambia als ein flächenmäßig grosses Land in vielen Jahren nicht die eigene Versorgung mit Grundnahrungsmitteln sicher stellen kann, ist ganz klar, dass in der Landwirtschaft etwas grundsätzlich schief läuft. Es gibt zwar tausende Familien, die Land haben und auch versuchen Getreide (meist Mais) und andere Nahrungsmittel anzubauen aber die Anbaumethoden sind einfach den Anforderungen einer schnellwachsenden Bevölkerung nicht gewachsen.

Klaus schaute sich nach vorhandenen Ausbildungsmöglichkeiten in Sambia um. Die erste Möglichkeit, das Natural Resource Development College in Lusaka bildet landwirtschaftliche „Schreibtischtäter“ für das Landwirtschaftsministerium aus. Die nächste Adresse, das Monze College of Agriculture ist zwar etwas praxisorientierter als das Natural Resource Deveoplment College, aber immer noch werden etwa 97 % der Absolventen (etwa 50 im Jahr) vom Landwirtschaftsministerium eingestellt. Die Praktika beschränken sich auf die mageren praktischen Möglichkeiten des Colleges. Das Mpika College of Agriculture in der Nordprovinz bemüht sich um eine praxisnahe Ausbildung, bleibt aber wieder weit hinter den Erwartungen zurück, da der angegliederte landwirtschaftliche Betrieb, so wie alle anderen staatlichen Betriebe, heruntergewirtschaftet sind.

Die Namwianga Missionsstation mit insgesamt ca. 2.500 ha Land, wäre für eine praxisbezogene landwirtschaftliche Ausbildung sozusagen die Ideale Lösung gewesen. Durch den chronischen Wassermangel, schaut sich Klaus jedoch nach Alternativen um. In 1984 wird in der „Nachbarschaft“ eine Farm zum Verkauf angeboten. Bei der Besichtigung stellt Klaus fest, dass die Farm zwei vorhandene Brunnen hat und dass der bessere von beiden schon mehr Wasser produziert, als die fünf Brunnen auf der Namwianga Farm zusammen. Nach einem langen bürokratischem Prozess, ist die Twin Fountain Farm schließlich 1988 im Besitz der Twin Fountains Farm Ltd. Die GmbH gründeten Klaus und Christiane um den Kauf der Farm zu finanzieren und um die Idee einer Landwirtschaftsschule in die Praxis umzusetzten. Somit haben Müllers nicht nur genügend Wasser aber auch ca. 1.200 ha um die Theorie auch zu praktizieren. Vorher musste aber noch viel Geduld und Mühe in den Aufbau von Twin Fountain rein gesteckt werden.

Die einzigen Gebäude die damals vorhanden waren, war das Farmhaus, das alte Jäger/Clubhaus (heute Wohnhaus von Heinz und Ruth) und die Tabakscheunen. Es gab noch keine Elektrizität und Ziegelsteine mussten alle von Hand aus Tonerde geformt und gebrannt werden. Der Rohstoff hierfür wurde aus Termitennhügeln gewonnen. Mit der Hilfe von sechs Angestellten, Gerold Gündisch und Peter Klöckner (dt. Biologielehrer) wurde alles selber gemacht. Fachkräfte oder eine Baufirma gab es nicht in der Nähe. Das ganze Baumaterial musste mit dem Auto aus Südafrika geholt werden (zwei Tage Fahrt entfernt). Vieles der Einrichtungen, Tische, Stühle, etc. wurden gespendet und kamen in Containern aus Deutschland. Es mussten Büros, Unterrichtsräume, Küche, Studentenunterkunft und Lehrerhäuser gebaut werden.

Im Januar 1993 war es endlich so weit, der erste Unterricht mit 4 Studenten konnte stattfinden. Zwischen 1993 und 1995 wurde der Unterricht durch Joachim und Katrin Kretschmar unterstützt. 1998 war die zweite Studentenunterkunft fertig und es gab die ersten Studentinnen an Twin Fountain. Heute werden jährlich zwischen 30 und 40 Studenten/innen ausgebildet.

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