Juni 2015

Liebe Freunde

Jetzt wird es höchste Zeit, daß ich die Ereignisse der letzten sechs Wochen zusammenfasse, damit Ihr wenigstens einiges erfahrt wie es hier so ist.

Familie Müller

Wie viele von Euch schon erfahren haben, ist mein Vater Heinz am 31.Mai abends friedlich eingeschlafen. Er hatte sich schon lange gewünscht, daß er nach Hause gehen könnte, denn sein Körper war ihm inzwischen zu einer großen Last geworden. Natürlich vermissen wir ihn, aber es ist auch ein Grund zum Feiern und Freuen, denn ein Langläufer hat endlich die Ziellinie erreicht. Was Heinz und Ruth in den letzten 20 Jahren ihres Lebens, ihrem „Rentnerdasein“, hier noch bewerkstelligt haben, ist einfach sehr bemerkenswert und wir sind dankbar für ihr Leben. Zur Beerdigung am 1. Juni waren über 200 Menschen da. Schüler und Lehrer der Good Hope Grundschule sprachen davon wie beeindruckt sie sind, daß der alte Herr noch mit soviel Energie und Einsatz als „Motor“ der Schule gewirkt hat. Die letzten beiden Maiwochen hatten wir auch noch Besuch von unserer Tochter Stefanie und Freja unserer 4-jährigen Enkelin. Stefanie hatte es geschafft ihren Opa  ins Auto zu heben und ist mit ihm noch einmal zur Good Hope Grundschule gefahren, wo sie ihn im Rollstuhl herumgeschoben hat. Freja konnte lernen Uropa zu sagen und der Uropa hat sich gefreut noch einmal seine Urenkelin zu „sehen“. Zwei wunderschöne Wochen für uns alle und welch ein Abschluß eines langen Lebens.

Good Hope Grundschule

Inzwischen sind die Computer für den Computer Literacy Kurs ( wie so etwas auf Deutsch heißt weiß ich nicht ) installiert und in Benutzung. Die neue Stromleitung ist installiert, aber der eigentliche Anschluß an die Gebäude muß noch gemacht werden. Meine Familie und die Notwendigkeit unseren neuen Brunnen hier auf Twin Fountain zu erschließen, hatten die letzten Wochen einfach Vorrang. Aber der Anschluß wir in den nächsten Wochen auch noch gemacht.

Twin Fountain Landwirtschaftsschule

Seit 5. Mai läuft der Unterricht wieder. Auch an der Landwirtschaftsschule bieten wir nun eine Einführung in die Benutzung eines Computers an. Die junge Frau die diesen Kurs leiten sollte, ist allerdings zur Zeit im Mutterschutz und so habe ich mich kurz entschlossen da einzuspringen. Viele von Euch, die mich kennen werden nun den Kopf schütteln. Wie kann Klaus jemandem etwas von Computer beibringen, wo er selber oft so kämpft mit diesem Teil. Naja, was ich kann habe ich mir im Wesentlichen selber beigebracht und kann es daher schön langsam auch anderen Computer- analphabeten beibringen. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Computerschlauen viel zu schnell für uns : Guck mal, das ist doch ganz einfach, so so so und fertig…..Ich folge einfach einem im Internet vorhandenen Einführungskurs. Die Erschließung des neuen Brunnens macht Fortschritte. Nachdem wir erst einmal etwa 900 m Busch roden mußten, ist dort inzwischen die Stromleitung installiert.  Nun schaufeln drei starke junge Männer an einem Graben zwischen dem neuen Brunnen und dem Wassertank, damit eine Rohrleitung gelegt werden kann. Begabtenförderung Wir haben immer wieder mal Anfragen nach Beihilfe zu Studiengebühren. Durch die Arbeit der Grundschule haben wir auch sehr begabte Schüler/innen, die an eine weiterführende Schule, Fachhochschule oder Universität gehen sollten. Das ist hier aber mit hohen Ausgaben verbunden. So etwas wie Bafög gibt es hier nicht. In der Vergangenheit haben wir als Familie dem einen oder anderen ehemaligen Good Hope Schüler/in geholfen. Ich gebe zu, daß wir weltweit sicher inzwischen eine Akademikerschwemme haben, sozusagen eine Inflation, aber hier in Sambia brauchen wir immer noch gut geschulte, gut ausgebildete Fachleute mit höherer Bildung. Wir würden gerne junge Leute von denen wir den Eindruck haben, daß sie das „Zeug haben“ zu einem Studium helfen. Da sind zu berücksichtigen die Noten, der Charakter, der Familienhintergrund usw. Es geht also nicht darum einfach nur junge Leute weiter auf eine Schule zu schicken, damit sie nicht als Arbeitslose auf der Straße sind. Dieses Problem können wir bei einer 70 % Jugendarbeitslosigkeit hier sowieso nicht lösen.  Diese Förderung würden wir gerne auf eine breitere Basis stellen, damit etwas mehr Kontinuität gewährleistet ist. Spenden für diesen Zweck, würden in unseren jährlichen Finanzbericht entsprechend ausgewiesen. Wer gefördert wird, wieviel Eigenleistung zu erbringen ist und wie hoch die Förderung sein wird, muß von Fall zu Fall  entschieden werden nach Rücksprache mit Lehrern, den Familien und natürlich den Betroffenen.  Wir werden das Ganze noch genauer mit den Mitgliedern des Fördervereins besprechen und das Projekt dann im nächsten Brief konkret vorstellen. Wer dazu eine Meinung hat, bzw jetzt schon weiß, daß das eine guter Grund zum Spenden ist, kann sich an mich oder Dieter Meyer ( hdm2309@gmail.com ) wenden.

Mit herzlichen Grüßen

Euer Klaus Müller

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