Februar 2015

Liebe Freunde                                                                       Ende Februar 2015

Die herausragenden Nachrichten des Februars sind der Heimgang meiner Mutter Ruth am 7. Februar und die Examensergebnisse der 7. Grundschulklasse. Beides in ihrer Weise gute Nachrichten.

Meine Mutter hatte nach ihrem Beinbruch kurz vor Weihnachten große körperliche Probleme und Schmerzen. Öfter sagte sie mir in den letzten Wochen, daß sie lieber sterben würde. In der Nacht zum 7. Februar ging ihr Wunsch dann in Erfüllung. Wir können dankbar auf ihr langes und erfülltes Leben zurück schauen. Daß meine Eltern die letzten 20 Jahre ihres Lebens, ihr „Rentnerdasein“, mit so einer Aufgabe Menschen zu helfen ausgefüllt haben, ist einfach toll. Ein Freund schrieb, daß es doch genügend fitte und finanziell unabhängige Rentner gäbe, die sich noch einer guten, nachhaltigen Aufgabe widmen könnten.

Mein Vater Heinz, der ja schon viel länger als Mutter mit körperlichen Gebrechen kämpft, ist jetzt natürlich sehr einsam. Wir versuchen, so weit es möglich ist, noch etwas Abwechslung in seine Tage zu bringen. Daniel Jäkel lebt seit seiner Ankunft am 21.Januar im Haus meiner Eltern. Wir sind froh, daß er sich dazu bereit erklärt hatte. So hat mein Vater jetzt einen starken jungen Mann im Haus, der im Stande ist ihm aufzuhelfen, wenn er wieder mal gefallen ist, was leider passiert, wenn er sich nicht an seiner Gehhilfe festhält. Tagsüber ist eine Haushaltshilfe in der Wohnung, sodaß immer jemand anwesend ist.

Die Ergebnisse der Schulexamen der 7. Klasse ( Standard Examen ) wurden bekannt gegeben. Zunächst hatte das Schulministerium 680 Punkte ( alle Fächer zusammen gezählt ) als Note für das Weiterkommen in die 8. Klasse festgelegt. Dann wären wir mit 85 % der Kinder die weiterkommen, auf Platz 3 im Vergleich mit den 92 Schulen des Landkreises Kalomo gewesen. Dann hat das Schulministerium die kritische Marke auf 600 Punkte herabgesetzt, da sonst wohl zuviele Kinder nicht weitergekommen wären und nun ist die Good Hope Grundschule mit 100 % auf Platz 1 , also alle 26 Schüler/innen der 7. Klasse kommen weiter. Das ist natürlich sehr erfreulich.

Letzte Woche hatte die Grundschule „hohen Besuch“. Zwei Lehrerinnen der Partnerschule in Mailand, der International School of Milano, waren hier, um sich die Good Hope Schule anzuschauen, am Unterricht teilzunehmen, Kinder und Lehrer zu interviewen usw. Dora lehrt Mathematik in der 7. Klasse und Hanna lehrt alle Fächer in der 5. Klasse. Ich fragte sie, was sie am meisten beindrucke im Vergleich zu ihrer Schule in Mailand: The dedication of the teachers and the friendliness and enthusiasm of the kids. ( Das Engagement der Lehrer, sowie die Freundlichkeit und Begeisterung der Kinder ) Sie waren auch beeindruckt wie weit manche Kinder laufen müssen bis zur Schule. Mit Kreide etwas an die Wandtafel schreiben, war gewöhnungsbedürftig für sie. Sie wollen jetzt bei Schülern und Lehrern ihrer Schule in Mailand eine Sammlung für Lesebücher organisieren, denn sie haben gesehen wie wichtig es ist, daß die Kinder lesen, lesen und nochmal lesen. Obwohl unsere Schulbücherei vergleichweise gut ausgestattet ist, braucht es immer wieder mal neue Bücher.

Das Wetter macht uns inzwischen richtig Sorgen: wir erleben den trockensten Februar in den letzten 35 Jahren. Obwohl es im Norden Sambias zum Teil sehr heftig regnet, vertrocknen hier im Süden die Maisfelder. Nachdem es die letzten Tage wenigsten dicke Wolken gab, haben wir heute wieder einen wolkenlosen blauen Himmel.

Wir senden Euch sonnige warme Grüße für ein schönes Wochenende und wünschen uns selber guten Regen. So kann Regen am Wochenende auch sehr schönes Wetter sein!

Herzlichst

Eure Müllers

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