Oktober 2014

Twin Fountain und Good Hope Nachrichten

Liebe Freunde                                                                                     14. Oktober 2014

Es ist inzwischen heiß hier, jeden Tag über 30 Grad und da merken wir auch mehr als vorher die Trockenheit. Das letzte Mal hatten wir im März Regen. Nun blicken wir besonders nachmittags sehnsüchtig nach den Wolken, die sich zusammenziehen und hoffen auf den ersten Regen.

Good Hope Grundschule

Der Nähraum mit den nun funktionierenden Nähmaschinen wird gut benutzt. Die Hauswirtschaftslehrerin, Petronella Siabasimbi, hat inzwischen einiges an Röcken und Hemden für die Schuluniformen mit ihren Schülern/innen genäht und so kommt langsam Geld in die Nähkasse, damit das weitergeführt werden kann, ohne immer wieder auf Zuschüsse von Spendern angewiesen zu sein.

Die veränderte Stromzufuhr besonders für die Schreinerei ist immer noch nicht abgeschlossen, da sich die Elektrizitätsgesellschaft noch nicht zu einer Lösung der Kapazität und des Standortes für den neuen Transformator entschließen konnte.

Wasser

Da wir nach zwei mäßigen Regenzeiten schon eine Wasserknappheit voraussehen konnten, hatten wir im Juli angefangen den Gemüsebau einzuschränken. Obwohl wir mit Tröpfchenbewässerung arbeiten, was weniger Wasser verbraucht als andere Bewässerungssysteme, war klar, daß wir vor der nächsten Regenzeit Probleme haben werden. Das ist inzwischen eingetreten. Einer unserer Brunnen, von dem wir bisher 12 Std am Tag gepumpt hatten, liefert nur noch 3 Std Wasser pro Tag. Deshalb hoffen wir nun auf den ersten guten Regen innerhalb der nächsten Tage. Das würde die Situation deutlich entspannen. Kurz zur Geschichte der Wassserversogung hier: Twin Fountain Farm hatte ursprünglich zwei Brunnen. Im Laufe der Jahre haben wir acht mal gebohrt und aus zwei dieser Bohrungen fördern wir Wasser, wobei der eine Brunnen jetzt nur noch etwa 5000 ltr pro Tag liefert.

Landwirtschaftsschule

Am ersten Schultag, dem 2. September war kein einziger neuer Student gekommen. Wir sind daran gewöhnt, daß Studenten nicht pünktlich erscheinen, aber das war doch etwas eigenartig. Im Laufe der nächsten Tage fanden wir heraus, daß die Briefe, die wir den Bewerbern am 25.Juni geschickt hatten, gar nicht angekommen waren. Nachdem wir einige telefonisch erreicht hatten, sind inzwischen 7 Studenten in der neuen Klasse, obwohl wir 18 eingeladen hatten. Das verringert unsere Einnahmen jetzt erheblich. Wir hatten allerdings schon geplant ab Januar einen einjährigen Kurs für Grundschulabgänger (9 Klassen) anzubieten. Die schulischen Vorraussetzungen werden anders sein, aber damit können wir den vielen Grundschulabgängern eine „kleine Berufsausbildung“ ermöglichen. Dadurch hoffen wir auch unseren Einnahmeausfall von etwa Euro 40 pro unbesetzten Studienplatz und Monat auszugleichen. Die entsprechende Reklame und Bekanntmachungen dazu laufen zur Zeit an.

Besucher

Lukas Müller aus Altomünster in Bayern ist seit drei Wochen wieder in seiner Heimat, wo er inzwischen ein freiwilliges soziales Jahr begonnen hat. Familie Pietsch aus Chemnitz hat sich an den deutschen Herbst gewöhnt und sammelt Pilze im Wald wie sie uns kürzlich schrieben. Mein Neffe Amadeus, der seit Anfang des Jahres hier ist, macht zur Zeit etwas Urlaub rund um den Globus um bei den Hochzeiten seines Bruders und zweier Freunde zu sein. Anschließend will er noch einige Teile Südafrikas mit seinem Gleitschirm erkunden um dann vor Ende dieses Monats wieder hier zu sein. Durch seine Arbeit konnten wir inzwischen einiges in unserer Verwaltung, besonders der Studentenkonten verbessern, weniger fehleranfällig machen, was unsere tägliche Arbeit erleichtert.

Familie Müller

Mein Vater Heinz feierte vor drei Wochen seinen 91sten Geburtstag. Seine Beweglichkit wird immer weniger, aber die Eltern versorgen sich immer noch selber und leben in ihren eigenen kleinen Haus etwa 100 m von uns entfernt. Christiane und ich fangen langsam an mit unseren Vorbereitungen für die Hochzeit unseres Sohnes im Dezember in Deutschland. Gleich Anfang Dezember werde ich mich allerdings erstmal in der Augenklinik in Dresden zurückmelden und hoffe, daß das Öl in meinem rechten Auge entfernt wird und meine Sicht dann optisch etwas weniger verzerrt sein wird.

Für heute senden wir warme sonnige Grüße

Eure Müllers

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