März 2015

Liebe Freunde                                                                                          28. März 2015

Wir sollten jetzt langsam auf das Ende der Regenzeit zugehen, aber die Regenzeit hat schon Mitte Februar aufgehört! Die Maisfelder sehen so schlecht aus wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. Wir hatten nach mehreren Jahren guter Regenzeiten schon vergessen, wie es ist, wenn die Ernte so schlecht ausfällt, daß Hunger ein tägliches Erlebnis wird. Immer wieder hatten wir gehofft, daß der Regen doch wieder kommen würde, aber inzwischen ist es für die Maisfelder zu spät.  Nicht nur die Maisfelder sehen schlecht aus, sondern wir werden im Laufe der nächsten vier Monate unsere Gemüseproduktion drastisch reduzieren müssen, da unsere Brunnen weniger Wasser geben.  Wir werden nun nach zehn Jahren ernsthaft einen neuen Brunnen suchen müssen. Den letzten Brunnen hatten wir 2005 gebohrt und dieser Brunnen bringt uns zur Zeit etwa 4000 Liter pro Stunde. Vor zwei Jahren konnten wir von diesem Brunnen noch etwa 6000 Liter pro Stunde pumpen.

Good Hope Grundschule

Nachdem wir mit den Ergebnissen der 7. Klasse sehr zufrieden waren, sind nun auch die Ergebnisse der Examen der 9. Klasse bekannt und wir sind da von 92 Schulen auf Platz 5. Da wird die Anzahl der Schüler/innen gewertet, die einen Notendurchschnitt haben, der ihnen ermöglicht in die nächst höhere Klasse zu kommen.  Endlich haben wir auch die Umlegung der Stromleitung zur Schule begonnen. Da müssen wir eine etwa 700 m lange neue Stromleitung legen. Dazu brauchen wir 8 m lange Pfosten und diese Pfosten konnten wir einfach nicht auftreiben. Die Firma, die solche gebeizten Pfosten bisher herstellte, ist einfach „verschwunden“. So haben wir uns nun entschlossen, von unseren Eukalptusbäumen Pfosten zu schlagen und zu beizen ( das ist damit die Termiten die Pfosten nicht gleich auffressen ) Unsere Pfosten sind nicht ganz so gleichmäßig und gerade, aber sie werden ihren Zweck erfüllen. Das ist jetzt zwar etwas mehr Arbeit und das Beizen dauert etwas Zeit, aber wir werden die Leitung sicherlich bis Ende April installiert haben. Daniel Jäkel, der noch bis Mitte April hier sein wird, ist da fleißig am Schaffen. Er ist etwas frustrirt, daß vieles nicht nach vorgesehenem Zeitplan funktioniert. Aber so ist das leider in Afrika.

Twin Fountain Landwirtschaftsschule

Das erste Trimester des Jahres ist fast zu Ende. Im April haben wir einiges an Reklameaktionen geplant um die Anzahl der Studenten zu erhöhen. Mit der relativ guten Wirtschaftslage der letzten Jahre ist Landwirtschaft zunehmend unattraktiv geworden. Jobs in der Stadt sind begehrter, aber die Berufsmöglichkeiten in der Landwirtschaft sind sehr gut hier in Sambia. In den letzten Jahren investieren auch große internationale Firmen in die Landwirtschaft, einfach weil hier in Sambia das Potential für landwirtschaftliche Produktion immer noch sehr gut ist. Vor zwei Wochen besuchte uns Sylvester Jabanika, ein ehemaliger Student, der eine sehr gute Arbeit als Vorarbeiter hat und für 400 ha bewässerte Sojabohnen und Weizen zuständig ist.

Familie Müller

Seit dem Tod meiner Mutter Anfang Februar, ist Vater jetzt natürlich recht einsam. Aber wir versuchen jeden Tag mit ihm etwas  auf der Farm herumzufahren und haben wenigstens das Abendessen gemeinsam mit ihm. Da er blind ist und auch nicht mehr gehen kann, sind seine Beschäftigungs- möglichkeiten doch sehr eingeschränkt.  Christiane und ich planen in der Woche nach Ostern für fünf Tage nach Grahamstown, Südafrika zu reisen, um unsere Tochter und Ihren Mann zu besuchen.

Herzliche Grüße

Eure Müller

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