Juli/August 2015

Beitrag erstellt von am 18.01.2015 um 18:13 Uhr. Keine Kommentare

Liebe Freunde                                                         Juli/August 2015

Im Juli konnten wir mit den tropischen Temperaturen in Deutschland nicht konkurieren. Jetzt ist es aber in den letzten 10 Tages sehr warm geworden und die Trockenheit wird jetzt she sichtbar. Alles ist braun und grau. Nur wo etwas Wasser vorhanden ist sieht man noch etwas Grünes.
Die Trockenheit, bedingt durch die schlechte Regenzeit hat inzwischen noch ganz andere Auswirkungen. Seit Mitte Juli haben wir regelmäßige 5-stündige Stromausfälle pro Tag. In der Hauptstadt Lusaka sind es inzwischen schon 8 Stunden pro Tag ohne Strom. Dafür gibt es zwei Gründe: die Elektrizitätsgesellschaft hat jetzt 20 Jahre lang immer nur neue Kunden angeschlossen, sodaß der nationale Stromverbrauch ein vielfaches von vor 20 Jahren ist. Die Stromerzeugung ist aber immer noch die gleiche. Der zweite Grund ist, daß wir den suabersten und billigsten Strom der Welt haben, Wasserkraft. Aber wenn die Wasserstände in den Stauseen so niedrig sind, daß die Turbinen nicht mehr mit voller Leistung produzieren können, dann haben wir eben ein riesengroßes Problem. Einführen aus Nachbarländern geht auch nicht, da die in der gleichen Situation sind. Nun bewegt sich aber endlich etwas mit den Strompreisen. Die Regierung hat begriffen, daß sie vielleicht doch Strom von privaten Erzeugern einkaufen muß, auch wenn dieser Strom teurer  ist als der Strom von den Wasserkraftwerken. Deshalb beschäftigen wir uns zur Zeit mit verschiedenen Möglichkeiten unsere eigene Stromversorgung umzustellen, oder sogar soviel Strom zu produzieren, daß wir Strom verkaufen. Solarenergie ist ja hier sozusagen die natürliche Alternative, die nur bisher wegen der Preispolitik völlig uninteressant war. Von Eigenversorgung bis hin zu einer 2 ha Solarfarm schauen wir uns jedenfalls alles an. Mal sehen was sich daraus entwickelt. Es könnte ja durchaus passieren, daß wir in Zukunft die Arbeit der Schulen hier durch den Verkauf von Strom finanzieren können.

Landwirtschaftsschule

Die Landwirtschaftsschule hat seit dem 31. Juli Ferien. Zur Abschlußfeier hatten wir Lawrence Mutembele als Gastredner. Lawrence ist ehemaliger Student (2003) und konnte den –Studenten einiges erzählen, was sie in der Berufwelt erwartet.  Eine geregelte Anstellung zu finden wird immer schwieriger, da wir jedes Jahr mehr Schulabgänger haebn und junge Leute, die mit ihrer Ausbildung fertig sind, aber es sind eben nicht so viele Jobs vorhanden und deshalb ist Eigeninitiative, Risikobereitschaft und Ausdauer bei der Arbeit sehr nötig.  Vor drei Wochen hatten wir Besuch von einem Studenten, der in 2012 hier abgegangen war. Gibson hat inzwischen Familie mit einem Sohn und er arbeitet als selbstständiger Bauer in Solwezi, das ist im Nordwesten Zambias. Dort waren in den letzten Jahren zwei große Kupferbergwerke entstanden und dadurch ein guter Markt.  Gibson produziert Hühner und Gemüse und  sprach davon, daß er die nächsten Jahre seine Produktion ausbauen will, da er noch viele Möglichkeiten im Markt sieht. Er hatte früh seine Eltern verloren und war während seiner ganzen Schulzeit auf die Hilfe von Verwandten und christlichen Hilfsorganisationen angewiesen. Er meinte er sei froh, daß er jetzt anderen helfen könnte, so wie ihm geholfen wurde.

Good Hope Grundschule

An der Good Hope Grundschule wurde vor vier Wochen der Computerklassenraum offiziel eingeweiht. Seit Anfang dieses Jahres unterrichten wir da die 9. Klasse. Computer Literacy nennen wir das hier und gibt den Schüler/innen eine Einführung in die Benutzung dieser Technologie. Da es viel Schulen im Lande gibt, die keine Elektrizität haben, ist das zwar eine recht einseitige Entwicklung, aber irgendwo müssen wir anfangen diese Technologie in den Schulen zu verwenden.

Familie Müller

Christiane und mir geht es gut. Christiane hat  weiterhin auch noch etwas „trübe Tage“ aber insgesamt ist sie dabei wieder deutlich aktiver zu werden. Wir sind noch etwas mit der Auflösung des Haushaltes meiner Eltern beschäftigt aber in Kürze werden wir ein großes Haus mit Garten haben, daß sich geradezu anbietet als Unterkunft für neue Mitarbeiter. Zum Beispiel vier Wochen Familienurlaub auf afrikanischem Bauernhof. Zwei Wochen Mitarbeit in Schule und Landwirtschaft und zwei Wochen Safari mit Elefanten, Löwen, Wasserfälle usw.

Herzliche Grüße

Eure Müllers

Highslide for Wordpress Plugin